mit Karl beim "Ringerl von der Schnur"
mit Karl beim "Ringerl von der Schnur"

Ich bin seit Jänner 2012 im VinziDorf, einer sozialen Einrichtung für obdachlose, schwer alkoholkranke Männer, tätig.

Ja genau, ich arbeite dort, bin so quasi angestellt. Bezahlt werde ich von den Bewohnern mit einer großen Portion Freude, Liebe und – nicht zu vergessen – ordentlich vielen Leckerlis. Du fragst dich vielleicht „wie geht denn das?“ Nun, dann erzähle ich meine Geschichte:

Mein Frauchen arbeitet auch im VinziDorf. Seit ich 10 Monate alt war, habe ich sie immer wieder einmal in die Arbeit begleitet und durfte sogar auch mit auf die Almwoche fahren. Mir hat das riesigen Spaß gemacht bei den VinziDorf-Männern zu sein, und auch die Bewohner haben sich total gefreut, dass ich mit von der Partie war. Bald war daher der Entschluss gefasst, dass ich in die Schule geschickt werde: die Ausbildung zum geprüften Therapiehundeteam haben wir – Frauchen und ich - im September 2010 begonnen. Mein Frauchen lernte dabei, wie sie mich gut in den Griff bekommt Ja und ich lernte, was denn in einem Einsatz alles so passieren kann und dass mir dabei eigentlich eh nix passiert. Also: kein Grund zur Aufregung und Besorgnis, immer cool bleiben war die Devise.

Nun, nach Abschluss dieser Ausbildung kann, darf und will ich vor allem, im VinziDorf arbeiten. Wie das läuft ? Ein Beispiel kannst du auf dem Bild sehen. Die Männer spielen mit mir; sie befüllen mein Lieblingsspielzeug mit Leckerlis – ich muss das dann ausräumen, sie fädeln Ringerln auf Schnüre, die ich dann leerfresse. Mein Frauchen und ich „zaubern“ Tierformenkekse weg und die Männer müssen wissen, welche denn nun weggezaubert sind, sie verstecken mir Leckerlis im Dorf und ich muss sie suchen und vieles mehr. Mit manchen Bewohnern, die nicht so gut und gern zu Fuß sind, gehen wir ein winzig kleines Stückchen spazieren – die führen mich dann an der Leine. Und natürlich muss Zeit und Raum sein für streicheln und schmusen. Da bekomm ich dann auch ganz viele verschiedene Namen: der Benni, der Benji, mei Bua, mei Großer und so weiter.

Ich sag´euch: in Zeiten der Jugendarbeitslosigkeit bin ich total froh, dass ich diesen Job hab und ich hoffe, dass das noch lang so bleiben wird!